Agiles Buch – erste Schritte

Hallo Welt,

die Idee, das Buchprojekt agil anzugehen war schnell gefasst. Doch was bedeutet dies in der Praxis? Hier meine aktuellen Gedanken (ist noch nicht alles super ausgereift), mit denen ich loslaufe.

Arbeitsplanung

Da ich ohnehin schon meine Hintergrundarbeit hinter den Beratungstagen beim Kunden in Wochensprints plane, habe ich einfach einzelne Buchkapitel in meine Planung mit aufgenommen. Die aktuellen Outlooks merken sich die Position von Aufgaben, die mit Drag-n-Drop verändert werden können. So baue ich mir viele kleine Sprint-Backlogs. OK, das war nicht schwierig

Releaseplanung

Hier muss man schon ein wenig vom sozialisierten Ansatz des Buchschreibens Abstand gewinnen. Zuerst dachte ich, Teil 1 des Buches wäre ein gutes Release. Allerdings steckt da noch einiges an Arbeit drin, so dass ich begonnen habe, frühere Releases zu definieren. Nach jedem mal darüber schlafen, habe ich das erste Release weiter abgespeckt und auch die sequentielle Abarbeitung aufgegeben. Ich habe jetzt über die Kapitel hinweg wichtige Aspekte “herausgeschnitten” und so Releases definiert. Die aktuelle Planung findet sich auf der Homepage des Buchs.

Die ersten Releases sollen intern sein, ggf für den Einsatz in meinen Trainings, also ohne ISBN gedruckt werden. Also wollte ich mich früh für ein Buchformat entscheiden.

Buchformat

Ich habe aus meinem Bücherregal ein paar Bücher ausgesucht, deren Formate ich interessant finde.

Mein Favorit (also vom Format her) ist das RAF Buch. Leider ist dieses und das Buchsatz-Buch für meine Druckerei zu hoch, der Druck würde hier das Doppelte kosten.Das Buch von James Reason ist von den Proportionen her nett, aber insgesamt zu klein. Mein Favorit war also nun das Buch “Corporate Identity”. Mit dem Meterstab nachgemessen: Huch, das ist ja A5. Das klang zuerst so langweilig – DIN A5. Nach kurzem Nachdenken habe ich aber die Vorteile gesehen: Einfaches Bauen von Prototypen und einfaches Selbst-Ausdrucken für die Personen, die sich das PDF bei mir herunterladen.

Arbeitsmittel

Mein erster Gedanke war, die ersten internen Releases mit Microsoft Word ™ zu setzen, um die Build-Kosten klein zu halten, auch wenn Word nicht für einen Buchsatz zu gebrauchen ist (kein optischer Randausgleich, keine Registerhaltigkeit möglich…). Nach ein paar Stunden herumbasteln habe ich zwar den den Satzspiegel hinbekommen, aber der Bundsteg war immer auf der falschen Seite, weil ich Word nicht dazu überreden konnte, dass Seite eins eine rechte Seite ist. Geprägt von diesem Erlebnis habe ich dann beschlossen auch die erste gedruckte Version schon mit einem entsprechenden Werkzeug zu setzen. Bisher habe ich viel mit der Open Source Software “Scribus” gemacht, jedoch zum Einsatz beim Buchsatz ist nicht viel im Netz zu finden. Auch die Druckerei liefert nur für kommerzielle DTP Software Tipps und Tricks. Also habe ich mir eine Lizenz von Adobe Indesign ™ gekauft, hierfür gibt es viele Bücher, Tutorials und Tipps. Damit sind die Transaktionskosten für ein Release schon mal in die Höhe, denn ich muss mich in Indesign einarbeiten. Aber die Qualität im Satz wird das wettmachen.