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19. Oktober 2020

Bücher über Agilität, für Gründer und andere

Ich entdecke nach dem Aufwachen eine Chat-Nachricht von meiner Freundin und Kollegin Laetitia mit folgender Frage: „Welches Buch würdest du einem Gründer empfehlen, der sein Unternehmen agil gestalten will?“. Gerade, als ich beginnen möchte die Antwort zu tippen, erschrecke ich an mir selbst: entgegen meiner Erwartungshaltung fällt mir kein einziges Buch ein, das ich für diesen Fall uneingeschränkt empfehlen könnte. Also lege ich das Handy wieder beiseite und nehme mir vor, gleich unter der Dusche der Ursache meiner Verwunderung auf den Grund zu gehen. Nach kurzem Grübeln unter heißem Wasser entsteht spontan eine Gegenfrage in meinem Kopf: „Warum zum Teufel sollten Gründer ein Interesse daran haben, ihre Startups agil zu gestalten?“

Mein Bauchgefühl sagt mir, dass bei einer Existenzgründung ganz andere Themen für den Erfolg des jungen Unternehmens und des Unternehmers relevant sind. Agilität entsteht mit gemeinsamer Vision und mangels Strukturen und Prozesse ohnehin von alleine. Spontan kommt mir dann das Buch „Extreme Ownership“ in den Sinn. Für mich derzeit das beste und universellste Buch über Leadership, stellt es doch zwölf sehr einfache Prinzipien vor, die nach meiner Einschätzung eine ungeahnte Kraft entfalten könnten, auch wenn die meisten Führungskräfte sich vermutlich nicht im entferntesten auf diese zwölf Prinzipien einlassen würden. Naja, vielleicht schreibe ich einmal einen separaten Blogbeitrag über dieses Buch ;)

Über den Tag hinweg lässt mich das Thema Buchtipps für Gründer nicht mehr los und so stöbere ich in meinem Gehirn wie auch in meinem Buchregal um eine Art Empfehlungsliste zusammenzustellen. Das Ergebnis dieser Grübeleien möchte ich euch hier in präsentieren. Dazu teile meine Buchtipps in zwei Listen: eine die er für den Gründer selbst interessant sein dürfte, eine andere, die das neue Unternehmen als solches adressiert.

Meine Buchtipps für die Gründerpersönlichkeit (m/w/d)

  1. „Extreme Ownership“ von Jocko Willink und Leif Babin: Zwölf einfache universelle Prinzipien über die Verantwortung eines Leaders. So einfach, so wirkungsvoll, so selten anzutreffen.
  2. „Der Weg zum erfolgreichen Unternehmer“ von Stefan Merath: Wichtige Impulse, um nach der Gründungsphase vom mitarbeitenden Inhaber zum Unternehmer zu werden.
  3. „Leadership is Language“ von David Marquet: Ein sehr wertvolles Buch über die Macht der Sprache und den wichtigen Wechsel zwischen Abarbeiten und Nachdenken.
  4. „Gemeinwohlökonomie“ von Christian Felber: Im Jahr 2020 ein Unternehmen zu gründen, das auf Gewinnmaximierung abzielt anstatt dem Gemeinwohl zu dienen ist nicht mehr zeitgemäß.
  5. (Gerne hätte ich die Fünf vollgemacht, aber mir fällt gerade kein weiteres Buch ein, das in diese Reihe gepasst hätte.)

Meine Buchtipps für das Unternehmen

  1. „Denkwerkzeuge der Höchstleister“ von Gerhard Wohland und Matthias Wiemeyer: Ein Klassiker der Management-Literatur über Organisation, Prozesse, Talente. Vom „Erfinder“ der Taylorwanne und der rot/blau-Unterscheidung.
  2. „Twice the Work in half the Time“ von Jeff Sutherland: Die Lebensgeschichte von Jeff zeigt auf, warum Scrum (richtig gemacht) eine solche enorme Schlagkraft entfaltet, ohne zu detailliert auf Scrum einzugehen.
  3. „Lean Startup“ von Eric Ries: Ein Plädoyer für die inkrementelle Entwicklung des Businessmodells.
  4. „Das OpenSpace Agility Handbuch“ von Daniel Mezick et al.: Ein Plädoyer für eine iterativ-inkrementelle Organisation Entwicklung auf dem Weg zu lernenden Organisation.
  5. („The Principles of Product Development Flow“ von Donald Reinertsen: Ein Appell für Geschwindigkeit und damit gegen Effizienz, nicht nur für die Produktentwicklung relevant.)

Das ist meine Empfehlungsliste im Oktober 2020. Vielleicht denke ich daran, diese in fünf Jahren noch einmal anzusehen, es wäre interessant, wie viel sich dann an meinen Buchfavoriten/-empfehlungen geändert hat. Viel Spaß beim Stöbern!

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